Kathrins Leidenschaft ist schon immer das Freiwasserschwimmen - möglichst in kühlen und klaren Gewässern. 2024 fand sie beim Stöbern im Internet die Veranstaltung "Swim the Arctic Circle" und meinte "René, da müssen wir hin."
Nachdem wir 2025 keine Chance bei der Anmeldung hatten, klappte es 2026, als wir zwei der Glücklichen waren, die einen Startplatz ergatterten, bevor die Server zusammenbrachen. 2 Tage Bangen und dann die Nachricht - wir sind dabei.
Schnell den Sommerurlaub um das Event geplant und wir rollten an 3.7. aus der Fähre in Helsinki auf dem Weg zum Polarkreis. Auf dem Weg dorthin, war Kälteakklimatisierung angesagt. Im Senftenberger See war ja schon lange nur noch Badewannenschwimmen möglich. Also rein in jeden See.
Einen Tag vor dem Event erreichten wir den Veranstaltungsort Jouksengi im Schweden direkt am Polarkreis. Dort holten wir uns natürlich sofort die Startunterlagen ab und bekamen gleich eine persönliche WK-Einweisung:
• Wassertemperatur war etwas gestiegen – 17 Grad Celsius - also keine Pflicht für den langen Neo. Den hatten wir dieses Jahr 1-mal genutzt?
• immer rechts der Bojen bleiben und in 10 m Entfernung
• Abfahrtzeit des Busses 21:15 Uhr - schwedischer Zeit
Falls ihr euch fragt, warum wir mit dem Bus fahren? Der Start der 3000 m Strecke ist auf der finnischen Seite des Torne-Flusses in dem Ort Juoksenki. (Finde den Unterschied).

Der Freitag verging schnell und der Samstag kam. Mittags sahen wir uns die Finisher des 2000 m Schwimmens an. Die meisten im langen Neo, aber auch einige ohne. Was machen wir nun? Hin-und-Her überlegt. Entscheidung für den Shorty. (Auch wenn ich das bis zur Busabfahrt ständig hinterfragt habe. A.d.R. Kathrin hatte nie Zweifel 😉)
Dann war erstmal warten angesagt, verpflegen und ein Nachmittagsschläfchen. Warum? Das ist das Besondere hier. Gestartet wird Sonntag 00:05 finnischer Zeit. Wenn man unter 55 Minuten bleibt, kommt man Samstag vor Mitternacht schwedischer Zeit an. Das war natürlich unser Ziel. Auch wenn unsere Bestzeiten schon etwas her sind - das sollte doch stromabwärts machbar sein.
Also stehen wir nun 23:55 finnischer Zeit bei 16 Grad Lufttemperatur bis zum Bauch im 17 Grad warmen Wasser, die Boje haltend (Pflicht!) und warten auf den Startschuss. Dann springt die Uhr auf 0:05 und es geht los. Totales Gewühle an Anfang - quasi wie beim Triathlon. Dann aber Platz und ich nehme meinen Takt auf. Fühlt sich gut an, Ich kann aber noch nicht sagen, wie die Pace aussieht. Irgendwann vibriert die Uhr: 5:25 Minuten für 500 m. What? Uhr kaputt? Oder doch eine Wahnsinnsströmung? Muss die Strömung sein, denn rechts der Bojen zu bleiben gestaltet sich als Herausforderung als es zur schwedischen Seite geht. Und so fliegen die Meter dahin. Die 500 m Zeiten bewegen sich zwischen 5:15 und 6:15. Ist wie Fliegen und macht einen Mordsspaß.
Nach reichlich 36 bzw. 40 Minuten kommen wir ins Ziel und sind unheimlich glückliche Zeitreisende. Eine Wahnsinnserfahrung. Schwimmen am Polarkreis, um Mitternacht (wobei es ja nie dunkel wird), von Finnland nach Schweden und eine Zeitreise.

Tolle Veranstaltung und super motivierte Helfer (von der Verpflegung bis hin zur Absicherung). Es gab im Ziel einen heiße 😉 Fruchtsuppe und Hot Tubes. Klasse. Vielen Dank nach Schweden.

Euer René
