Triathlon-Team Senftenberg
Liebe Triathleten,
erst am 3. Trainingslagertag abends habe ich vom Präsidenten mitgeteilt bekommen, dass ich den diesjährigen Bericht schreiben muss. Das finde ich nicht gut. Zum einen fehlen mir so Informationen zu einigen Trainingseinheiten wegen Nichtteilnahme. Zum anderen hätte ich viel konzentrierter und aufmerksamer das Geschehen verfolgt und mir Notizen gemacht.
Hier ein Beispiel:
Ich wurde als Tischnachbar zwar Zeuge, wie Franz einen bemerkenswerten Rabenberg-Trainingslagerrekord aufgestellt hat. Es standen am Freitagmittag zum Schluss neben seinem normalen leeren Essenteller noch sieben leere Kompottschüsseln.
Sicher würde es für viele von Interesse sein, wie der Ernährungsplan eines Profi-Triathleten aussieht, der schon Teamweltmeister war und bei der Ironman-WM in Nizza nur einen Platz hinter Jan Frodeno ins Ziel gekommen ist. Wissend um meine Aufgabe als Berichterstatter hätte ich dies akribisch notiert. So kann ich hier leider weder die Reihenfolge der verschiedenen Puddingsorten aufzählen noch weiß ich ganz genau, ob Franz nicht die eine oder andere Schüssel sogar mehrmals befüllt hat.
Ich will hiermit ausdrücken, dass ich leider nur aus meiner bescheidenen Sicht ganz subjektiv berichten kann.
Los geht es.

Am Donnerstag, dem Anreisetag, kamen schon ab 5:30 Uhr schlimme Unfallmeldungen im Verkehrsfunk, der Deutsche Wetterdienst hatte eine rote Unwetterwarnung wegen extremem Glatteis bzw. Glatteisregen herausgegeben und empfahl, das Haus möglichst nicht zu verlassen. Draußen regnete es und mein Hof hatte einen Eispanzer. Ich beschloss nach dem Frühstück trübsinnig, die Anreise um einen Tag zu verschieben. Aber bald hellte sich die Stimmung wieder auf, denn Ole rief mich an und fragte, ob ich nicht im Bus von Danny mitfahren möchte, was ich gerne annahm. Zur Abfahrt nach dem Mittag waren die Straßen und Autobahnen wieder einigermaßen befahrbar. Dank Dannys Fahrkünsten kamen wir gut auf dem Rabenberg an, wie auch alle anderen früher oder später, sodass wir insgesamt rekordverdächtige 24 Teilnehmer waren:
Theo mit seiner Schlange Rüdiger, Jetti, Nikki, Silja, Lisa, Hannah, Katrin, Kathrin, Martina, Ramona, Jane, Birgit, Franz, Steffen, Ole, Danny, Justin, Martin, Matthias, Kai, Totti, Patrick, Klaus und natürlich unser Chef René. Unsere Sportlerin des Jahres Claudia musste leider krankheitsbedingt absagen.
Inzwischen schon traditionell zum vierten Mal hat uns Triathlonprofi Franz Löschke trainiert. Franz hat stets wohlüberlegte Trainingspläne im Gepäck, kann diese sehr gut vermitteln, geht auf individuelle Schwächen ein und nimmt auch auf hohes Alter Rücksicht. Selber, so sagte er mir, macht ihm die Arbeit mit uns Spaß, er ist erfreut, dass wir seine Hinweise vom Vorjahr berücksichtigt haben und er freut sich schon auf das nächste Trainingslager. Ich staune immer wieder, wie gut sich Franz unsere Vornamen behalten kann, obwohl er uns keine vier ganze Tage im Jahr sieht. Um interessierten Außenstehenden aufzuzeigen, was im Trainingslager von Donnertag Abend bis Sonntag angeboten wird und ein wenig Werbung für den Verein zu machen, folgende Aufzählung:
5 Einheiten mit je 60 Minuten Wasserzeit in der Schwimmhalle auf 50-Meter-Bahnen, 2 Einheiten Laufschule in der Sporthalle, 4 Athletikeinheiten im Kraftraum, ein Tischtennisturnier, ein Bowlingwettkampf und 1x Volleyball. Zusätzlich kann wer möchte und sein Rad dabei hat, eine bergige Radeinheit absolvieren mit einem knackigen Schlussanstieg von ziemlich exakt 300 Höhenmeter auf 4,6 Kilometer. Was in diesem Jahr allerdings gar nicht ging, war Skilaufen. Erstmals seit 2014 lag wohl in Senftenberg mehr Schnee als auf dem Rabenberg in 900 Meter Höhe.
Das Tischtennisturnier am ersten Abend hat Totti bravourös gewinnen können, obwohl er gleich sein Auftaktmatch gegen Theo verloren hatte. Wie das Bowlen ausgegangen ist, weiß ich nicht, da ich diese Einheit ausgelassen habe.
Für die Schwimmeinheiten hat Franz immer wieder neue Einfälle, wie zum Beispiel kollektives Oleschieben:
oder einen Staffelwettbewerb mit jeweils 2x 50 Meter pro Staffelmitglied mit Übergabe von Paddles und Pullboy. Naturgemäß hatte hier meine Staffel nach meiner ersten Strecke einen fast uneinholbaren Rückstand. Aber Franz übernahm großherzig meinen zweiten Part und so kamen wir doch noch zu einem Sieg. Viel Spaß hatten wir auch beim Volleyball Turnier, auch oder besonders Danny. Gerade als er ausscheiden musste, weil er schmerzhaft mit dem Fuß umgeknickt war, schoss St. Pauli das Siegtor gegen Stuttgart. Beeindruck war ich derweil von unseren drei Kids Theo, Nikki und Jetti, die nebenan an den Geräten turnten:
Das hätte ich selbst in meinen besten Zeiten vor 60 Jahren nicht hinbekommen.
Im Kraftraum war neben Körperstabi hauptsächlich Hyrox angesagt mit teilweise sehr anspruchsvollen Übungen:

Hier muss unser Trainingslager-Rookie Hannah noch lernen, dass man sich seinen Muskelkater nicht schon am Samstag, sondern erst zum Ende bzw. am besten erst am Montag anschafft.
Natürlich gab es auch ein gemeinsames Beisammensein:

Für mich war es wieder ein wunderschönes verlängertes Wochenende.
Deshalb ein Dankeschön an alle:

Euer Klaus