von Patrick
Nicht wirklich mein erstes Mal, auch nicht mein erster Triathlon. Aber meine erste Mitteldistanz und das erste Mal mit richtigem Trainingsplan. Was für eine schöne Erfahrung!
Angefangen hat alles ein Jahr vorher. Ich aktivierte den Plan „Anfänger Mitteldistanz“ in der Pushing-Limits-App, und los ging's. Zuerst standen drei Monate „Just Do It“ auf dem Programm, und genau so habe ich es auch umgesetzt: mal hier, mal da ein bisschen Training, mal mehr, mal weniger, mal gar nicht. Draußen war es schließlich kalt, dunkel und oft nass.
Danach folgte der „Base Plan“. Das Wetter wurde besser und meine Motivation stieg. Ich nahm das Training ernster und zog so viele Einheiten wie möglich durch. Nur etwas sehr Wichtiges fehlte noch: ein richtiges Zeitfahrrad. Ich fand ein bezahlbares Modell, wollte bestellen – sechs Monate Lieferzeit. Na toll. Der Händler hatte zum Glück eine Alternative parat, und so wurde es ein Bianchi Aquila RC. Kein reines TT-Bike, aber ich fühle mich auf dem Hobel pudelwohl.
Mit dem „Build Plan“ waren es nur noch sechs Monate bis zum Rennen. Besonders im Schwimmen wurde ich kontinuierlich besser und gewann das Selbstvertrauen, die 1,9 km in einer für mich akzeptablen Zeit schaffen zu können. Auch auf dem Rad lief es besser, und beim Laufen konnte ich mich noch leicht steigern.
Einen Dämpfer gab es trotzdem: bei The Championship in Šamorín, für die sich unsere Staffel (Lisa schwimmen, Ole Rad, ich laufen) im Vorjahr in St. Pölten qualifiziert hatte. Der Halbmarathon sollte für mich Zwischenstation und Leistungsbestätigung zugleich werden – stattdessen kam bei km 12 der große Einbruch. Das musste ich mental erst einmal verarbeiten, denn Laufen war bis dahin meine leichteste Übung. Meine Analyse ergab: Schuld war der Untergrund. Wir liefen auf einer Pferderennbahn, und ich bin kein Pferd. Analyse abgeschlossen.
Dann startete der letzte Teil, der „Peak Plan“. Die Umfänge wurden länger, ich verbrachte viel Zeit im Wasser, auf dem Rad und in meinen Laufschuhen. Mein Zuhause nutzte ich fast nur noch zum Wäschewaschen, Schlafen und Essen – viel Essen. Lene machte gelegentlich Fotos von mir, damit sie nicht vergisst, wie ich aussehe, und dann hieß es schon wieder: raus und trainieren.
Schließlich rückte der Renntag näher, und wir – Klaus, Tina und Ole, Jeannette und Danny, Lene und ich – machten uns auf den Weg nach Kroatien. Lockere zwölf Stunden Fahrt. Uns erwartete eine richtig schöne, große Unterkunft, in der man es sich gut gehen lassen konnte. An Entspannung war aber noch nicht zu denken, stattdessen stieg die Anspannung. Freitag Startunterlagen abholen, Samstagvormittag Beutel packen und Rad vorbereiten, danach Check-in. Jetzt ist es also so weit, dachte ich.
Die Nacht endete um 4:45 Uhr. Müsli und einen Kaffee reingedrückt, dann ein Blick aufs Thermometer: 8 Grad. Beste Voraussetzungen, um gleich ins Meer zu springen. Doch mit dem Sonnenaufgang stiegen die Temperaturen – und meine Lust, endlich loszulegen.

Beim Schwimmstart sortierte ich mich etwas zu defensiv ein, musste dadurch einige überholen und konnte nur schlecht meine angepeilte Pace schwimmen. Nach 35:07 Minuten ging es raus aus dem Wasser und ab in die Wechselzone. Der Wechsel lief nicht rund: Der Neo wollte nicht runter, und mein Startnummernband saß zu locker, sodass ich auch daran noch herumfummeln musste. Nach 5:44 Minuten saß ich endlich auf dem Rad, und es ging in die Berge: 90 km und 700 Höhenmeter. Erst über eine Landstraße, danach größtenteils über die Autobahn – super Asphalt, viel Platz, und bergab konnte man richtig Tempo machen. Nach 2:44:19 Stunden war es geschafft, und ich freute mich auf den Lauf.
Die Freude hielt nicht lange, denn auch die Laufstrecke hatte es mit über 120 Höhenmetern in sich. Ich musste richtig kämpfen, um meine Wunsch-Pace zu halten, versuchte positiv zu bleiben und biss mich durch. Es hat sich gelohnt: Den Halbmarathon lief ich in 1:30:49 Stunden. Am Ende stand eine Gesamtzeit von 4:58:58 Stunden auf der Uhr – und ich war überglücklich.
Als der brutale Muskelkater am dritten Tag nachließ, wurde natürlich schon geschaut, welche Rennen wir nächstes Jahr angehen ;)
Zum Schluss noch ein riesengroßes Dankeschön! Lene, du hast mich ein ganzes Jahr lang mit Trainingsplan, Wäschebergen und leerem Kühlschrank ertragen, mich immer unterstützt und am Renntag an der Strecke angefeuert. Ohne dich wäre das nicht möglich gewesen! Danny und Ole, danke für eure Unterstützung, die vielen gemeinsamen Kilometer auf dem Rad und im Wasser und dafür, dass ihr mich immer wieder motiviert und angetrieben habt. Ohne euch hätte ich mich an diese Herausforderung wohl gar nicht erst herangewagt. Und Jeanette, Tina und Klaus: Danke, dass ihr die lange Fahrt auf euch genommen und diesen besonderen Tag mit mir geteilt habt.
Ihr habt ihn unvergesslich gemacht!
